Mein Name ist Marius Müller-Rohde und ich komme aus der Nähe von Frankfurt in Deutschland. Im Februar und März 2026 hatte ich die Möglichkeit, einige Wochen an der UYWEFA Hill School in Kazo, einem äußeren Distrikt von Kampala in Uganda, zu verbringen.

Von Anfang an war die Zeit dort für mich vor allem eine Erfahrung des Mitmachens und Dabeiseins. Ich habe viel Zeit mit den Kindern verbracht, war im Unterricht dabei und habe den Schulalltag miterlebt.

Besonders spannend war für mich zu sehen, wie unterschiedlich Schule organisiert sein kann und mit wie viel Engagement Lehrer und Mitarbeitende den Alltag gestalten – oft mit deutlich weniger Ressourcen, als ich es aus Deutschland gewohnt bin.

Im Laufe der Zeit konnte ich mich auch immer mehr einbringen, zum Beispiel im Mathe- und Science-Unterricht oder bei gemeinsamen Aktivitäten. Besonders viel Spaß hat das gemeinsame Schachspielen gemacht, das wir zusammen entdeckt und weiterentwickelt haben – sowohl mit den Kindern als auch mit einigen Lehrern.


Auch einfache Spiele wie Memory oder Dame sowie gemeinsames Malen haben oft für sehr lebendige und schöne Momente gesorgt. Neben der Arbeit mit den Kindern gab es auch immer wieder Gelegenheiten mit dem Team der Schule zusammenzuarbeiten, etwa bei organisatorischen Themen.

Dabei entstand eher ein gemeinsamer Austausch, in dem ich meine bisherigen Erfahrungen einbringen konnte, zum Beispiel im Umgang mit digitalen Tools wie Excel, und wir zusammen geschaut haben, wie sich einzelne Abläufe im Schulalltag vielleicht etwas strukturierter gestalten lassen.

Auch kulturell war die Zeit sehr prägend. Für viele Kinder war ich der erste weiße Mensch, dem sie begegnet sind – oft wurde ich mit „Mzungu“ angesprochen, was der Ausdruck für jemanden mit weißer Haut ist. Gerade am Anfang habe ich gemerkt, dass viele Kinder noch etwas distanziert waren und nicht genau wussten, wie sie mit mir umgehen sollten. Die Unterschiede waren spürbar, und eine gewisse Zurückhaltung war deutlich. Gleichzeitig war ihre Neugier aber mindestens genauso groß, sodass sich nach und nach ein immer offenerer und natürlicherer Umgang entwickelt hat.

Mit der Zeit entstanden daraus viele unbeschwerte Momente, in denen man gemerkt hat, wie leicht Verbindung trotz aller Unterschiede entstehen kann. Gleichzeitig habe ich gelernt, mich auf ganz andere Abläufe einzustellen. Vieles war weniger planbar, als ich es aus Deutschland gewohnt bin, und ich musste mich daran gewöhnen, dass man sich auf Absprachen oder Zeitpläne nicht immer vollständig verlassen kann. Oft war es notwendig, spontan zu entscheiden und flexibel damit umzugehen, was gerade möglich ist und was nicht. Das war teilweise anstrengend und eine echte Umstellung für mich, hat mir aber gleichzeitig geholfen, deutlich flexibler zu werden und mich besser auf neue Situationen einzulassen. Vor Ort habe ich bei einer Gastfamilie gelebt, wo es kein fließendes Wasser und kein richtiges Badezimmer gab. Gerade dadurch konnte ich einen deutlich tieferen Einblick in den Alltag, die Kultur und das Leben der Menschen vor Ort gewinnen, was diese Erfahrung für mich besonders wertvoll gemacht hat.

Rückblickend war meine Zeit an der UYWEFA Hill School weit mehr als nur ein Einblick in ein anderes Bildungssystem oder eine neue Kultur. Es war das Eintauchen in ein für mich völlig fremdes Umfeld, das viele meiner gewohnten Perspektiven hinterfragt und erweitert hat.

Die Erfahrungen dort waren nicht durchweg „positiv“, sondern in vielerlei Hinsicht herausfordernd, intensiv und manchmal auch widersprüchlich – und genau darin lag ihr Wert. Ich habe gelernt, Dinge differenzierter zu sehen und Situationen anders einzuordnen, als ich es zuvor getan hätte.

Gleichzeitig bin ich mir sicher, dass mich diese Zeit noch lange begleiten wird, weil sie einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Für alle, die bereit sind, sich auf solche Erfahrungen einzulassen, kann ein Projekt wie dieses nicht nur prägend, sondern auch bereichernd sein.

